Die Fussball WM ist in vollem Gange. Es ist zurzeit landes-, ja europaweit das Gesprächsthema Nummer 1 in vielen Betrieben, Schulen, Familien. Die FIFA sackt wieder Millionen von Franken ein, während das Gastgeberland längerfristig keinen Nutzen aus dem Turnier ziehen wird.

Im Grunde genommen ist die Fussball WM, wie auch die anderen Grossereignisse, nichts weiter als die moderne Fortsetzung des "Brot und Spiele"-Prinzips aus der Zeit der Römer. Das Volk wird durch eine übermässig stark aufgebauschte Nebensächlichkeit über Wochen in den Bann gezogen. So ist es abgelenkt von den wirklich wichtigen Dingen und die Elite kann für ein Weilchen noch ungestörter an ihren Plänen arbeiten. Genauso wie es die Römer meisterhaft verstanden, die Massen ruhig zu stellen, liegt dies auch im Interesse jener, die heute in der Welt den Takt angeben. Heldenhaft verehrte Fussballstars ersetzen die Gladiatoren von einst. Teure Fussballstadien sind an die Stelle der Amphitheater getreten. Die Symbiose "Ablenkungs-Industrie und Politik" funktioniert prächtig. So ist es bestimmt kein Zufall, dass wichtige, besonders brisante Geschäfte immer in den Sommersessionen der Schweizer Kantonsparlamente beraten werden. Dann fällt die Referendumsfrist in die Sommerferien, was das Unterschriften sammeln stark erschwert.

Die WM hat aber auch ihr Gutes. Die Menschen schauen sich gemeinsam die Spiele an. Sie jubeln miteinander. Sie zeigen Emotionen. Die Nationalmannschaften fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Nationalstaaten. Der kollektive Trend, für eine Mannschaft zu "fanen", führt dazu, dass sich die Menschen ihrer Mannschaft und somit ihrem Land zugehörig fühlen. Sie identifzieren sich mit ihrem Heimatland. Es ist ein massgebliches Verdienst des Fussballs, dass der Patriotismus wieder vermehrt in ein positives Licht gerückt ist. Dank der erfolgreichen Fussball-Nati ziehen sich die Schweizer Kleidung in den Nationalfarben über und freuen sich über deren Tore und leiden mit der Nati, wenn sie verliert. Diese Fussball-Begeisterung, verbunden mit gesundem Nationalstolz, haben wir mit der Jungen SVP versucht, mitzuleben. Mit unseren öffentlichen WM-Treffs in der Chlöpfen laden wir die ganze Bevölkerung ein, mit uns die Fussball-Spiele in einem angenehmen Ambiente zu geniessen. Das hat dann auch nichts mehr mit "Brot und Spiele" zu tun!

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